Biologische Zahnmedizin
Was ist "Biologische oder Ganzheitliche Zahnmedizin?"
In jedem lebendigen Wesen ist das,
was wir Teile nennen,
dergestalt unzertrennlich vom Ganzen,
daß sie nur in und mit demselben
begriffen werden können.
(J.W.v.Goethe)
Der Begriff Biologische Zahnmedizin
ist etwas verwirrend und daher schwierig zu definieren. Unter Biologischer
Zahnmedizin könnte man verstehen, daß der Zahnarzt nur biologisch
verträgliche Materialien verwendet; Materialien, die in biologisch-wissenschaftlichen
Testverfahren bezüglich negativer Wirkungen auf Zytotoxizität
(toxische Wirkungen auf Zellen) gut abschneiden. Doch dies trifft bei weitem
nicht den Kern der Sache. Deshalb ist der Begriff Ganzheitliche Zahnheilkunde
treffender; er drückt mehr von der ganzheitlichen Anschauung bzw.
von einem ganzheitlichen Denkansatz aus, der sich eigentlich dahinter verbirgt.
Die Bezeichnung "Alternative Zahnheilkunde"
ist abzulehnen, denn es wird im eigentlichen Sinne keine völlig andere
Zahnmedizin praktiziert. Die meisten Behandlungsmethoden beruhen auf der
sogenannten "Schul-Zahnmedizin", der wissenschaftlich orientierten Zahnheilkunde;
sie stellt die Ausgangsbasis dar.
Die Ganzheitliche Zahnheilkunde
ist auch nicht als sogenannte "Komplementär-Zahnmedizin", also als
Ergänzung zur "Schul-Zahnmedizin" zu sehen. Im Gegenteil: Die wissenschaftlich
orientierte Zahnheilkunde ist ein Teil der Ganzheitszahnmedizin und damit
auch der Ganzheitsmedizin. Wurzelfüllungen aus Kräuterextrakten,
Einlagefüllungen aus reiner Schurwolle oder handgeschnitzte Brücken
aus Holz oder Elfenbein sind nicht die Domäne des ganzheitlich orientierten
Zahnarztes.
Mit den Techniken der Füllungslegung
und der Art der verwendeten Materialien befindet er sich voll auf dem Boden
der wissenschaftlich orientierten Zahnheilkunde, den er auch nicht verlassen
wird.
Anders sieht es natürlich mit
den Antworten auf Fragen nach der individuellen Veträglichkeit der
Materialien aus oder mit dem Herangehen an die Problematik der Zahnerhaltung
bei beherdeten Zähnen mit Fernwirkungen auf andere Organe. Hier kommt
es nun erstmalig zu starken Differenzen mit der "Schul-Zahnmedizin".
Die Ursachen dafür liegen ganz
einfach in einem völlig anderen Denkansatz. Um diesen Denkansatz zu
begreifen, ist es notwendig, sich vorher mit einem erkenntnistheoretischen
Problem zu beschäftigen, nämlich dem, auf welche Art und Weise
in der Medizin Wissen erworben werden kann. Erst dann wird verständlich,
warum man die Zahnmedizin nicht losgelöst von der Medizin sehen kann.
Erst dann werden auch die Hintergründe
klar, warum die Zähne wichtige Beziehungen zum Gesamtorganismus haben.
Dieser neue Denkansatz muß verstanden sein, damit sich kein ganzheitlich
tätiger Zahnarzt der Scharlatanerie bezichtigen lassen muß,
wenn er z.B. eine chronische Ostitis (Kieferentzündung) des Eckzahnes
mit einer Behandlung der zugleich erkrankten Gallenblase ausheilen möchte.
Die wissenschaftlich orientierte Medizin/Zahnmedizin
und die linear-analytische Methode
Die heutige naturwissenschaftliche Medizin
sieht die Zähne als isolierte Gebilde, die nur den Einflüssen
der Mundhöhle ausgesetzt sind. Auswirkungen von pathologischen Prozessen
der Zähne auf den gesamten Organismus sind nicht vorstellbar und werden
abgelehnt. Das entspricht dem "Fachbereichsdenken" der modernen Medizin:
Jedes erkrankte Organ wird einem Spezialisten zugewiesen und dieser versucht,
immer mehr ins Detail gehend, sich immer mehr entfernend von der ganzheitlichen
Betrachtungsweise, das erkrankte Organ zu heilen.
Wie kommt nun diese Entfernung von den
Gesetzen ganzheitlicher Anschauung zustande?
Die ältere Medizin folgte noch diesen
Gesetzen: die von der Natur vorgesehene Einheit von Körper, Geist
und Seele wurde beachtet, um den Menschen in der Gesamtheit seiner Funktionen
zu heilen. Der eigentliche Schnitt von der ganzheitlichen Betrachtungsweise
äußerte sich in einem neuen erkenntnistheoretischen Aspekt,
unter dem in der Medizin Wissen erworben werden kann.
"Was es ermöglichte, im Westen
die Heilkunde aus dem Stadium überwiegender Empirie und widersprüchlicher
Spekulationen in das prinzipieller Wissenschaftlichkeit zu führen,
war der Entschluß zu konsequenter Anwendung der kausal-analytischen
Methode."[1]
Was ist kausal-analytisches Vorgehen?
Es bedeutet nichts anderes, als daß
man davon ausgeht, daß eine bestimmte Ursache eine bestimmte Wirkung
erzielt bzw. daß aus einer bestimmten Wirkung auf eine ganz bestimmte
Ursache geschlossen werden kann. Man nennt dieses Prinzip auch "Lineares
Denken" oder "Monokausalität". Immerhin: Die konsequente Anwendung
dieser Methode hatte alle in den letzten 150 Jahren im Bereich der Medizin
erzielten wissenschaftlichen Erkenntnisse und neue Entwicklungen zur Folge.
Und dies waren nicht selten bahnbrechende Errungenschaften. So ist es also
nicht verwunderlich, daß auch heute noch das Prinzip der Monokausalität
als die wissenschaftliche Methode schlechthin angesehen wird und man sich
weiterhin bemüht, mit dieser Methode Erkenntnisse zu gewinnen.
[2]
Man hatte ja so lange damit Erfolg!
Mit dem Ausbau, der Verfeinerung dieser
wissenschaftlichen Methode gelang es, immer mehr Wissen über immer
mehr Details zu finden. Das Fachwissen wuchs, es entstanden die Spezialgebiete
der Medizin. Es wurde schon lange nicht mehr der gesamte Mensch, sondern
seine erkrankten Körperteile und Organe behandelt. Man ging immer
mehr dazu über, daß jede Krankheit, ganz im Sinne des kausal-analytischen
Denkens, eine spezifische Ursache haben müßte.
VIRCHOW, der berühmte Berliner
Pathologe, begründete Ende des letzten Jahrhunderts seine Zellularpathologie,
die jede krankmachende Ursache in oder an der Zelle suchte, d.h. es müssen
Veränderungen in der Struktur von Geweben und Zellen vorhanden sein.
Auf der Virchowschen Zellularpathologie basiert auch heute noch die klassiche
Vorstellung vom Wesen der Krankheit. Das bedeutet, daß wir die Krankheitsursachen
auf jeden Fall im Bereichder materiellen Gegebenheiten suchen. Diese Anschauung
war ursprünglich eingebettet in eine materialistische Weltanschauung
und außerdem in das mechanistische Weltbild der Physik des 19.Jahrhunderts.
[3]
Die Erkenntnisse der modernen Physik und
das neue medizinische Paradigma
Die Physik muß als unsere Basiswissenschaft
angesehen werden; die Erkenntnisse der Physik beeinflussen bekanntlich
alle Wissenschaften, auch die Medizin. Und hier ist etwas Unglaubliches
geschehen:
Während sich die Physik weiterentwickelte,
neue Erkenntnisse gewann, blieb die Medizin starr an den alten Erkenntnissen
haften, sie basiert im wesentlichen auf den Modellen der klassischen Physik
vor der Jahrhundertwende. Namhafte Physiker, wie Hans-Peter Dürr,
monieren, daß gerade im Bereich der Medizin die erkenntnistheoretischen
Konsequenzen der neuen Physik nicht aufgenommen werden.[3]
"Hier dominiert nach wie vor ein
naturwissenschaftliches Weltbild, daß im Wesentlichen die Züge
des alten klassisch-mechanistisch-deterministischen Weltbildes des 19.Jahrhunderts
trägt."[5]
Das ist eine erschreckende Vorstellung,
ausgesprochen von einem namhaften Physiker unserer Zeit.
Was ist geschehen in der Physik, was
hat alle Wissenschaften, auch die Geisteswissenschaften beeinflußt,
nur nicht die Medizin? Es wurde vorhin erwähnt, daß die Physik
unsere Basiswissenschaft ist. Und eben in der Physik haben sich seit Anfang
dieses Jahrhunderts mehrere Paradigmawechsel vollzogen, die nicht nur das
gesamte Weltbild, sondern auch den Materiebegriff völlig verändert
haben.
Was ist nun ein Paradigma?
Man versteht unter Paradigmata, die jeweils
zu einer bestimmten Zeit von einer bestimmten Gruppe von Wissenschaftlern
als gültig angesehenen Theorien und Arbeitsmethoden. Dabei muß
betont werden, daß ein Paradigma nichts mit einem Wahrheitsanspruch
zu tun hat.
Zur Erinnerung: Die kausal-analytische
Methode ist das derzeit vorherrschende Paradigma in der Medizin. Fortschritte
in der Wissenschaft vollziehen sich nun nicht kontinuierlich, sondern durch
revolutionäre Prozesse, die bestimmten Gesetzmäßigkeiten
unterliegen.[3]
Und diese revolutionären Prozesse
vollziehen sich schlagartig dann, wenn folgender Fakt eintritt: Viele Phänomene,
viele Prozesse und Vorgänge passen plötzlich nicht mehr in das
alte Denkmodell, in das zu dieser Zeit gültige Paradigma! Während
unter dem Paradigmawechsel in der Physik auch die anderen Naturwissenschaften
beeinflußt wurden, basiert die medizinische Wissenschaft auf den
Denkmodellen der klassischen Physik der Jahrhundertwende!
Ein Zustand, den man anzweifeln möchte
bei all den Erfolgen, die die Medizin in den letzten Jahren hatte! Das
ist kein Widerspruch! Auch in der Physik wurde aufgrund des mechanistischen
Denkens der gesamte Bereich der Optik aufgebaut! Die Gesetze der Mechanik
gelten dennoch auch heute, nur: sie sind nicht mehr allgemeingültig
in der Physik. Hier fand ein Paradigmawechsel statt; der, wie schon erwähnt,
u.a. den Materiebegriff völlig verändert hat.
Inzwischen hat sich die früher
scharfe Trennung von Materie und Energie aufgelöst. Materie ist also
eine Form der Energie und es ist weiterhin bekannt, daß Materie ebenfalls
die Eigenschaft hat, elektromagnetische Wellen auszusenden.
Welche Bedeutung kann nun diesen hochinteressanten
Entdeckungen in der Physik beigemessen werden, ganz speziell zugeschnitten
auf das soeben kritisierte Denkmodell der Schulmedizin?
Das, was der modernen Medizin so viel
Schwierigkeiten bereitet, ist die Tatsache, daß sie bei der Therapie
der chronischen Erkrankungen versagt. Die pathologischen Abläufe und
die damit verbundenen Veränderungen in den Zellen, Geweben und Organen
sind zwar bis ins allerkleinste Detail bekannt, aber es wird dabei so oft
vergessen, daß es sich dabei um Folgeerscheinungen und nicht um die
eigentlichen Ursachen handelt! Die eigentlichen Ursachen chronischer Erkrankungen
liegen nicht im Bereich der materiellen Gegebenheiten, deshalb versagt
hier die Anwendung der kausal-analytischen Methode als Denkmodell, die
aber, wohlgemerkt, bei der Therapie der akuten Krankheiten funktioniert.
Und hier ist auch die Domäne der Schulmedizin zu sehen.
Eine weitere Kritik am Denkansatz der
Schulmedizin ist die Tatsache, daß die Wechselwirkungen in biologischen
Systemen und die damit verbundene Dynamik nicht beachtet werden.
Im Sinne der klassischen Physik von
GALILEI und NEWTON müßte der Nachweis von Zusammenhängen
auch hier unter linearkausalen Bedingungen "experimentell voraussagbar
und widerspruchsfrei" geführt werden.[2] Die gilt aber
nur für "geschlossene (mechanische) Systeme", nicht aber für
das "offene System" Mensch.
Alle biologischen Organismen sind "offene
Systeme", d.h. sie sind in der Lage mit ihrer Umgebung Energie und Materie
auszutauschen. Biologische Systeme weiterhin zeigen keine Linearität,
sondern sie sind hoch vernetzt und unterliegen einem Fließgleichgewicht.[6]
Unter diesen Voraussetzungen wird es immer schwieriger, die kausal-analytische
Methode für biologische Systeme in ihrer Gesamtheit anzuwenden.
"Wer aber eindimensionale Kausalketten
auf vernetzte Systeme anzuwenden versucht, kann für seine Arbeiten
nicht mehr den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben."[7]
An dieser Stelle sei nochmals daran
erinnert, was bereits über den Paradigmawechsel gesagt wurde: Wenn
viele Vorgänge, Prozesse, Phänomene nicht mehr in das derzeit
gültige Paradigma passen, ist dies ein Zeichen, daß ein Paradigmawechsel
bevorsteht.
Davon wird auch die Medizin als
Wissenschaft nicht verschont bleiben!
Da keine eindeutigen Ursachen chronischer
Erkrankungen aufgezeigt werden können, ist auch keine ursachenbezogene
Therapie möglich. Das traditionelle Denkmodell der Schulmedizin, daß
sich so sehr an materielle Gegebenheiten klammert, läßt sich
hier nicht anwenden und bedarf also einer Veränderung.
Man muß in anderen Bereichen
suchen und hier kommen uns die Erkenntnisse der modernen Physik zu Hilfe.
Die scharfe Trennung zwischen Materie und Energie ist, wie bereits erwähnt,
aufgehoben als neuer Begriff, als "dritte Entität" des Universums
wurde die Information erkannt. Information ist weder Materie noch
Energie, kann aber beide als Träger benutzen.
In den neuen Wissenschaftszweigen,
Systemtheorie und Kybernetik ist die Information der zentrale Begriff.
Während sich die Systemtheorie mit den Beziehungen der Teile eines
Systems untereinander beschäftigt, untersucht die Kybernetik mehr
die Art und Weise der Steuerung zum Erreichen eines Zieles, also die Art
und Weise der Kommunikation von Systemen und ihren Teilen.[3]
Es ist nun die logische Konsequenz,
daß man aus allen modernen physikalischen Erkenntnissen, den Versuch
unternommen hat, den Krankheitsbegriff neu zu formulieren, und zwar im
kybernetischen Sinne.
Dabei müßten ebenfalls die
Begriffe Gesundheit und Krankheit präzisiert bzw. neu definiert werden.
Gesundheit ist ein Phänomen, denn es stellt aus den zahllos tatsächlich
existierenden Möglichkeiten des Verhaltens biologischer Systeme, das
statistisch Unwahrscheinlichste dar.[3]
Fernab vom thermodynamischen Gleichgewicht
ist hier ein unwahrscheinlicher Aufwand an Energie, Informations- und Steuerungsmechanismen
erforderlich, um Leben aufrecht zu erhalten.
Und um diese Steuerungsmechanismen
geht es im kybernetischen, neu definierten Krankheitsmodell, denn Vorraussetzung
für die Gesundheit ist ein völlig autonom funktionierendes Steuerungssystem,
daß wir aus der Technik kennen und Regelkreis nennen.
Was ist ein Regelkreis?
Ein Regelkreis dient ganz einfach dazu,
eine bestimmte Größe konstant zu halten.

Abbildung 1
Dies funktioniert auf folgendem
Weg: Ein Fühler tastet an diesem konstant zu erhaltendem System den
momentanen Wert ab, der über bestimmte Leitbahnen einem Regler zugeleitet
wird, der den Wert mit einem dazu eingestellten Sollwert vergleicht und
bei Abweichungen ein Korrektursignal aussendet, der den abgewichenen Zustand
wieder auf den Ausgangswert umstellt.
Die Regelkreise sind auch auf biologische
Systeme anzuwenden. Leben funktioniert nur in einem ganz engen Bereich
chemisch-physikalischer Gegebenheiten[3], unterliegt aber starken
Einflüssen aus der Umgebung, die sofort korrigiert werden müssen,
um Leben nicht zu zerstören. Leben ist also auf das Funktionieren
der Regelkreise angewiesen und daraus ergibt sich eine neue Definition
für Gesundheit.
"Gesundheit ist das einwandfreie
Funktionieren der automatischen, der autonomen Regelkreisfunktionen auf
der Steuerungsebene des Organismus. Für diese einwandfreie Funktion
ist der ungestörte Informationstransfer Vorraussetzung".[4]
Das Funktionsmodell des Regelkreises
stellt einen in sich geschlossenen ständigen Kreislauf von Informationen
dar.
Wie erfolgt nun dieser Informationszufluß
im Organismus?
Im Organismus gibt es neben der altbekannten
Informationsübertragung auf nervalem Weg, also über elektrische
Potentiale in entsprechenden Leitern (den Nervenbahnen, sozusagen dem Telefon
des Organismus) und der humoralem Informationsübermittlung durch Biomoleküle
(Blut, Lymphe; den Transmittersubstanzen, entsprechend der Brief- und Paketpost),
noch eine dritte Form der Kommunikation; die Information (entsprechend
der drahtlosen übermittlung in der Technik).
[3]
Es wurde bereits festgestellt, daß
Information weder Materie noch Energie ist, zwar an diese gebunden sein
kann, aber nicht unbedingt sein muß. Information kann genausogut
aus Schwingungsmustern von elektromagnetischen Feldern bestehen.
Für das Prinzip der Regelkreisfunktionen
ist es völlig egal, wie nun der Informationstransfer verläuft:
über Nervbahnen mittels elektrischer Impulse, über biomechanische
Transmittersubstanzen wie Blut oder Lymphe oder als elektromagnetisches
Schwingungsmuster!
Die Konsequenzen des neuen Denkens für
den Zahnarzt
Die elektromagnetische Informationsübertragung
hat also die gleiche Bedeutung wie die nervale oder auch humorale.
Über elektromagnetische Felder
findet in unserem Organismus die ständige Kommunikation der Zellen,
der Systeme miteinander statt. Nur auf diese Weise kann z.B. die Beziehung
zwischen Organen und Zähnen verstanden werden und durch diese neue
Betrachtungsweise ist es also nur die logische Konsequenz, daß die
Zahnheilkunde nicht mehr als eigenständiges Gebiet mit eng umschriebenen
Wirkungsbereich des Zahnarztes aufgefaßt werden kann.
Ganzheitliche Zahnheilkunde ist
immer Ganzheitliche Medizin!
Durch die vielen vernetzten Systeme
im Organismus kann der Zahnarzt bei Nichtbeachten dieser Gesetze durch
die mit seiner Tätigkeit verbundenen Eingriffe, massive Störungen
in der Gesundheit des Patienten hervorrufen, d.h. in das neue Denken umgesetzt,
er greift in das Funktionieren der Regelkreise ein, stört damit die
Regulationsfähigkeit des Körpers. Wie kann nun die normale Regulationfähigkeit
des Körpers z.B. durch den Zahnarzt beeinflußt werden.
Darauf gibt es im kybernetischen Sinne
folgende Antwort: Indem Störungen der Regelkreise vorliegen, ist der
Körper in seiner Regulationsfähigkeit eingeschränkt, d.h.
er kann bei Einwirkung entsprechender Noxen nicht mehr sinnvoll reagieren.
Eine sinnvolle Reaktion des Organismus ist z. B. bei einer akuten Erkrankung
das Fieber. Die damit verbundenen regulatorischen Vorgänge (Erhöhung
der Körpertemperatur, Beschleunigung der Stoffwechselvorgänge,
erhöhte Toxinausschüttung) helfen dem Körper zur Gesundung.
Vorraussetzung für diese ungestörte
Regulation ist das Funktionieren der Regelkreise. Bei chronischen Erkrankungen
handelt es sich also um Regelkreisstörungen, die eine vernünftige,
sinnvolle Reaktion des Körpers verhindern.
Abbildung 2: Mögliche Störeinflüsse
auf die Regelung im Organismus (von genetische und traumatischen Faktoren
abgesehen). Aus: "Das neue medizinische Paradigma" (Hanzl - 1995).
Verschiedene Faktoren können nun
als Störquellen die normale Funktion im Regelkreis stören, so
wie z.B. hier abgebildet: beherdete Zähne, Mängelzustände
von Vitaminen und Spurenelementen oder auch toxische Produkte von Viren
oder Bakterien. Die Belastungsfaktoren blockieren die Regelkreisfunktion,
ganz speziell den Informationsfluß, hindern den Körper an der
ungestörten Regulation. Die Funktion des Regelkreises, einen bestimmten
Zustand konstant zu halten, ist blockiert. Chronische Krankheit ist grundsätzlich
Ausdruck einer gestörten Regelkreisfunktion.[3]
Nun könnte man dagegen einwenden,
daß die Zahl der belastenden Faktoren groß ist und sehr schnell
alle Regelkreisfunktionen blockiert wären, d.h. irgendwann wird dann
jeder einmal chronisch krank. Dem ist nicht so, auch hier hat sich die
Natur geholfen. Jedenfalls ist die Art der Absicherung von Regelkreisen
auch aus der Technik bekannt: Jeder Regelkreis ist im Prinzip gegen Störungen
mehrfach abgesichert, durch sogenannte Ersatz-Regelkreise.
Abbildung 3: Erst die Störung
und Erschöpfung sämtlicher kompensativer Informationsübertragungskanäle
oder/und Regelzentren führt zum Zusammenbruch der Regelfunktion und
damit zum erstmaligen Auftreten entsprechender Symptomatik! Aus: "Das neue
medizinische Paradigma" (Hanzl - 1995).
Bei Ausfall eines Kanales, in dem die
Information fließt, übernimmt ein anderer Kanal weiterhin die
Funktion des Informationsflusses, also der Regelkreis ist noch lange nicht
gestört. Ist z.B. der Kanal 1 durch störende elektromagnetische
Schwingungen aus einem beherdeten Zahn beeinträchtigt bzw. blockiert,
passiert für den speziellen Regelkreis, der für ganz bestimmte
z.B. Organfunktionen im Organismus zuständig ist, noch lange nichts.
Erst wenn es zur Einlagerung mehrerer
Noxen kommt ist der Regelkreis völlig blockiert, das Resultat ist
eine gestörte Organfunktion oder andere pathologische Erscheinungen.
Die Amalgamproblematik unter einem anderen
Aspekt
Wenn also im Denkmodell "Regelkreis" z.B.
das berühmt-berüchtigte Amalgam für den Informationsfluß
als letzter blockierender Faktor dazukommt, werden dann wahrscheinlich
in einem Organismus, der bereits durch andere Noxen stark belastet ist,
noch andere Regelkreise blockiert. Erst dann entstehen Erkrankungen, die
so oft nicht mit dem Denkmodell der Schulmedizin, also mit der kausal-analytischen
Methode erklärt werden kann, die immer nur eine Ursache für eine
Krankheit sucht.
Die eigentliche Ursache für Regulationsstörungen
und damit für chronische Erkrankungen ist der gestörte Informationsfluß,
der keine sinnvolle regulatorische Arbeit des Körpers mehr zuläßt,
nicht allein das Amalgam!
An dieser Stelle ist ein Blick auf
die Liste der Erkrankungen und Symptome bei Amalgambelastung sinnvoll:
-
Zahnfleischbluten, Parodontose, Zahnfleischentzündungen
-
Zahn- oder Kieferknochenschmerzen
-
ein bitterer oder metallischer Geschmack
im Mund
-
häufige Blasen, Wunden oder Geschwüre
im Mund
-
Verspannungen in den Kau- und Gesichtsmuskeln
-
eingeschränkte Bewegungsfähigkeit
des Kiefers, viel Knacken und Knirschen der Kieferknochen bei Bewegung,
manchmal Mundsperre
-
Kopfdruck, Kopfschmerzen und Migräne
-
ein ständig benommener Kopf
-
häufig müde und erschöpft,
Konzentrationsprobleme
-
Schlafprobleme, Schlaflosigkeit, Depressionen
-
Plötzliche Stimmungsbrüche,
Angst, Menschenscheu
-
Schwindel
-
Hautprobleme, Allergien
-
häufig Hals-, Nasennebenhöhlen
oder Stirnhöhlenentzündungen
-
Augentränen, Sehprobleme, -störungen
wie z.B. Doppelsehen
-
Druckgefühle im Bauch, aufgeblähter
Bauch
-
Verstopfung, Durchfälle, Appetitlosigkeit
-
Darmschmerzen- oder krämpfe
-
Muskelzittern, allgemein müde Muskeln
-
Krämpfe in den Beinen
-
Gliederschmerzen, Rheuma u.a. Gelenkschmerzen
-
Lymphdrüsenschwellung, besonders
im Kopf- und Halsbereich
-
Nackensteifheit
-
Schmerzen in der Halsregion
-
Herzrhythmusstörungen, unregelmäßiger
Herzschlage
-
häufig kalte Hände und Füße
-
allgemeine Infektanfälligkeit
Zusammenfassend kann man sagen: Amalgam
macht ja eigentlich alles! Sicher, aber auf keinen Fall für jeden
Patienten gleich: Es kommt ganz darauf an, welche Regelkreise mit ihren
spezifischen Funktionen zuletzt oder überhaupt bei ihm durch Amalgam
blockiert wurden sowie inwieweit andere Noxen dabei auch eine Rolle spielen.
Das plurikausale Denken ist gefragt
und man muß es sich einfach klarmachen, daß grundsätzlich
verschiedenste Faktoren durch Störung und Blockade von Regelkreisen
den Zusammenbruch der Regulationsfähigkeit des Organismus verursachen
können. Nur mit diesem neuen kybernetisch definierten Krankheitsmodell
können wir erstmals das Entstehen chronischer Erkrankungen verstehen,
auch das der sogenannten Amalgamvergiftung.
Es ist niemals das Amalgam allein,
das Störungen verursacht. Es ist zwar in einigen Fällen möglich,
daß das Amalgam das primäre Problem ist und daß nach erfolgter
Amalgamsanierung und -ausleitung die Beschwerden des Patienten verschwinden.
Aber es ist genauso gut möglich,
daß sie nach Einlagerung einer anderen Störquelle (z.B. eines
Holzschutzmittels, mit dem der Patient nach der Amalgamsanierung wieder
fit und fröhlich seine Gartenlaube gestrichen hat) in ähnlicher
Weise wieder da sind.
Das heißt: Die Behandlung chronischer
Erkrankungen wie auch die Amalgamvergiftung ist immer plurikausal zu sehen,
die Therapie muß an vielen Ursachen ansetzen. Wird die Amalgambelastung
monokausal betrachtet, entfernt man also nur das Amalgam, ist das Rezidiv
vorprogrammiert. Die allgemeingültige Aussage des Physikers VESTER
gilt auch hier:
"In der Realität hat jede Ursache
viele Wirkungen und jede Wirkung viele Ursachen."[8]
Der Patient hat eine teure Sanierung
bekommen, ihm ist aber in seinem Beschwerdebild unter Umständen nicht
langfristig geholfen. Oft will es dann die Ironie des Schicksals, daß
die neu gelegten Kunststoffüllungen oder die eingesetzten Goldfüllungen
die immer noch mit anderen Noxen behafteten Regelkreise, erneut blockieren,
weil erstens versäumt wurde die individuelle Verträglichkeit
des Materials auszutesten und zweitens die Regulationsfähigkeit des
Patienten überhaupt nicht bekannt war.
Die hohe Verantwortung, die der Zahnarzt
beim Legen neuer Füllungsmaterialien trägt, ist eindeutig erkennbar.
Es ist vorher genau abzuchecken, inwieweit das Amalgam wirklich das primäre
Problem ist. Dazu ist der ganzheitliche Zahnarzt auf die Mithilfe ärztlicher
Kollegen angewiesen, da er leider von gesetzlicher Seite dazu angehalten
ist, nur die Zähne zu betrachten.
Die Bedeutung des Grundsystems
An dieser Stelle erscheint es sehr wichtig,
einen weiteren interessanten Aspekt aus ganzheitlicher Sicht zu erwähnen.
Dieser ist das Einbringen von Füllungsmaterialien in die Zähne.
Dazu sei, auch wenn es selbstverständlich erscheint, kurz noch einmal
der Aufbau eines Zahnes dargestellt:
Der Zahn besteht aus dem Schmelz, der
härtesten Substanz im Organismus, dem Zahnbein (Dentin), dem Zahnnerven
(Pulpa) sowie der Zahnwurzel mit dem Wurzelzement als bedeckende Schicht.
Befällt nun den Zahn eine Karies, wird zuerst der Schmelz zerstört,
später das Dentin, das durch feine Kanälchen, den Dentintubuli,
mit dem Zahnnerven verbunden ist, der wiederrum über die Blutgefäße
des Kieferknochens mit dem gesamten Blutkreislauf des Körpers Verbindung
hat. Professor Heine von der Universität Witten-Herdecke hat nun kürzlich
nachgewiesen, daß z.B. Quecksilberpartikel aus den Amalgamfüllungen
heraus, auch durch die Unterfüllung über die feinen Dentinkanälchen
in die Pulpa und damit in die Blutgefäße des gesamten Organismus
eindringen und somit im gesamten Körper eingelagert werden können.
Hierbei ist die gesamte Problematik
des Entstehens von Quecksilberdämpfen und deren Einatmung beim Ausbohren
noch gar nicht mit berücksichtigt. Besonders gern lagern sich Amalgam
und Schwermetalle in das sogenannte mesenchyme Bindegewebe, im Grundsystem
ein.
Was ist ein Grundsystem?
Das Grundsystem besteht aus dem Bindegewebe,
das sich zwischen den Organen und den Blut-, Lymphe- und Nervenbahnen befindet.
Es ist nicht, wie lange Zeit angenommen, nur Halte- und Stützgewebe
für die inneren Organe. Im menschlichen Organismus herrscht eine lange
Zeit unbemerktes Phänomen: kein Blutgefäß, keine Lymphbahn
etc. reicht direkt bis an das Organ, es ist immer die bindegewebige Struktur
des Grundsystems als eine Art Transitstrecke dazwischen.
Abbildung 4
In dieser Transitstrecke findet der
eigentliche Stoffaustausch auf materieller Ebene sowie der Energie- und
Informationstransport in energetischer und informeller Hinsicht statt.
Das Grundsystem ist ein Medium vorzüglicher elektrischer Leitfähigkeit,
auch im Sinne der Informationsübertragung in Form von elektromagnetischen
Schwingungen. Leider ist aber auch unser Grundsystem der Filter, der Speicher
oder besser die Müllhalde von uns belastenden Faktoren, Schadstoffen
und Toxinen etc.
Alles was schadet, wird im Grundsystem
abgelagert, um die Organfunktionen so lange wie möglich unbehelligt
zu lassen. Unsere Gesundheit z.B. ist abhängig vom Grad der Verschlackung
des Grundsystems.
Zurück zum Zahnbein, zum Dentin.
Es hat, embryologisch gesehen, eine starke Beziehung zum bindegewebigen
Mesenchym des Grundsystems, beide - Dentin und Grundsystem - entstehen
aus dem selben Keimblatt; dem Mesoderm. Man kann also das Dentin zum Grundsystem
gehörig sehen und die Zahnärzte, die zum größten Teil
unbedenklich Füllungsmaterialien in das Dentin legen, können
das Grundsystem ihrer Patienten stark belasten.
Der Grad der Störung durch Füllungsmaterialien
hängt vom Grad der Belastung des Grundsystems ab. Ein stark belastetes
Grundsystem wird das Einbringen von Füllungsmaterialien, egal welcher
Art, schwerer verkraften, als ein weitgehendst unbelastetes Grundsystem.
An dieser Stelle muß erwähnt werden, daß das Grundsystem
mit all seinen Funktionen das unspezifische Immunsystem im Körper
darstellt, das wiederum in seiner intakten Funktion Vorraussetzung für
das Funktionieren des spezifischen eiweißgebundenen Immunsystems
ist.
Die enorm wichtige Bedeutung dabei
ist klar. Weiterhin ist das Entstehen von vielen Störungen des spezifischen
Imunsystems im Sinne von Allergien, durch die belasteten verschlackten
Grundsysteme eindeutig im Zusammenhang erkennbar. Es wird immer deutlicher,
und das soll auch das Ziel dieser Abhandlung sein, wie wenig man den Zahnarzt
aus der gesamten Ganzheitsmedizin ausklammern kann. Kein Arzt anderer Fachrichtungen
bringt soviel Fremdmaterialien über die Zähne in das Grundsystem
ein wie der Zahnarzt, von allen allopathischen Medikamenten einmal abgesehen.
Im Prinzip ist jede Zahnfüllung
ein Implantat in das Grundsystem, in unser unspezifisches Immunsystem!
Aus dieser Sicht können also nicht
nur Amalgam, sondern auch andere Werkstoffe eine Belastung für den
Menschen darstellen. Allerdings muß gesagt werden, daß die
Goldfüllung oder auch die Kunststoffüllung in ihrer individuellen
Verträglichkeit einmal paßt oder auch nicht, hingegen paßt
Amalgam aufgrund seines ungünstigen elektromagnetischen Schwingungsmusters,
was es als Festkörper aufweist, sehr selten.
Ein anderer Fakt ist, daß es
bei gesunden Menschen zwar eine Belastung für das Immunsystem darstellt,
aber (noch) toleriert werden kann.
Die energetischen Wechselbeziehungen der
Zähne zu den Organfunktionen und die Herdproblematik
Wie anfangs erwähnt, sind die Zähne
nicht nur als isolierte Gebilde in der Mundhöhle zu betrachten. Da
im Körper alles mit allem vernetzt ist, ist es also nicht verwunderlich,
daß zu allen Organen von Seiten der Zähne aus Beziehungen bestehen
und umgekehrt.
Diese von VOLL empirisch gefundenen
und so aufgezeichneten Organbeziehungen der Zähne bestätigen
sich sehr oft in der alltäglichen Praxis. Oft sind es wurzelbehandelte
Zähne, die an ihren Wurzelheadline2en nicht immer röntgenologisch
sichtbare Herde aufweisen, die als Zahn mit dem dazugehörigen umgebenden
Kieferabschnitt, Odontom genannt, über energetische Bahnen im Organismus,
Meridiane, die Organe in ihrer Funktion stören.
Die Wurzelfüllungen sind zwar
schulmedizinisch lege artis durchgeführt, aber oft ist es nicht möglich,
wirklich vollständig den abgestorbenen Zahnnerven in allen kleinen
Kanälchen zu entfernen. Es bilden sich die Substanzen Mercaptan und
Thioäther, die eine Art Leichengift darstellen, zerfallene Einweißprodukte
im lebenden Organismus.
Die ganzheitlich ausgerichtete Zahnarztpraxis
Folgende Fragen, die die Patienten haben,
wenn sie eine ganzheitlich orientierte Praxis konsultieren, sind zu klären:
-
Habe ich eine Amalgam- oder Schwermetallbelastung
aus zahnärztlichen Werkstoffen?
-
Steht meine chronische Erkrankung damit
in Zusammenhang?
-
Welche Belastung ist die übergeordnete
Belastung?
-
Habe ich beherdete Zähne, die eine
Fernwirkung auf bestimmte Organe haben?
Am Anfang steht selbstverständlich
eine ausführliche Anamnese. Sehr sinnvoll ist es, am Anfang festzustellen,
inwieweit der Patient überhaupt in seiner Regulationsfähigkeit
gestört ist.
Welche Organstörungen liegen vor,
wo sind Störfelder bzw. Herdbelastungen zu finden?
Wertvolle Hilfen sind dabei bioelektronische
Diagnostikgeräte, wie z.B. die Decoder-Dermographie bzw. die Segmentelektrographie.
Sie basieren im wesentlichen auf der dynamischen Messung des Hautleitwertes
und geben in relativ kurzer Zeit einen Einblick in die energetischen Zusammenhänge
und Regulationsfähigkeit des Patienten und ergänzen dabei in
hervorragender Weise die vom Patienten vorgelegte Anamnese.
Besonders wichtig für den ganzheitlich
arbeitenden Zahnarzt ist die Tatsache, daß er damit erkennen kann,
ob ein z.B. beherdeter Zahn eine Fernwirkung hat.
Wie ist dabei vorzugehen?
Nach Feststellung von Regulationsblockaden
im Körper, kann man z.B. den für die Blockaden vermutlich verantwortlichen
Zahn im Sinne einer Neuraltherapie mit Procain umspritzen. Ist die Blockade
nach einer weiteren Messung aufgehoben, kann man relativ sicher sein, daß
hier energetische Zusammenhänge zwischen beherdeten Zähnen und
erkrankten Organen bestehen. Eine bewährte Methode zur Diagnostik
chronischer Irritationen ist die Thermographie, die die Regulationsfähigkeit
des Körpers über die Messung der Hauttemperatur vornimmt. Die
Aussagen, die sich dabei ergeben, sind ebenfalls Aussagen über Regualtionsstörungen
bzw. Diagnostik von Herden und Fernwirkungen.
Die Frage nach Amalgam- und Schwermetallbelastungen
in Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen und die Frage nach der Priorität
der Belastungen ist sehr gut mit bioelektronischen Testverfahren wie Elektroakupunktur
nach VOLL oder der VEGA-Methode zu beantworten, die auf den, wie bereits
vorhin erwähnt, noch wenig in der Medizin genutzten Modellen von Systemtheorie
und Kybernetik beruhen. Leider kann im Rahmen dieser Abhandlung nicht näher
auf diese Methoden eingegangen werden. Es sei nur soviel gesagt: Der Arzt
oder Zahnarzt, der ein bioelektronisches Testverfahren beherrscht, ist
in der Lage den Patienten die oben genannten Fragen zu beantworten und
eine entsprechende Therapie festzulegen.
Eine Therapiemöglichkeit für
den ganzheitlich tätigen Zahnarzt ist dabei die systematische Amalgam-
bzw. Schwermetallsanierung und die damit verbundene Begleittherapie mit
ausgetesteten homöopathischen Ausleitungspräparaten. Dabei ist
zu beachten, daß der schwermetallbelastete Patient erst einmal in
einen metallfreien Gebißzustand (provisorische Versorgung mit Zement
bzw. Langzeitprovisorium aus ausgetestetem Kunststoff) gebracht werden
muß. Diese Übergangslösung sollte solange bestehen, bis
man sicher sein kann, daß ein neu eingebrachtes Metall keine Regulationsblockaden
hervorrufen kann. Die Überprüfung der Regulationsfähigkeit
nach der Ausleitungstherapie und im günstigen Fall parallel dazu verlaufenden
naturheilkundlichen ärztlichen Therapie ist mit Hilfe der bioelektronischen
Diagnose- und Testverfahren hervorragend möglich. Erst dann sollte
die zahnärztliche Neuversorgung mit ausgetesteten Materialien erfolgen.
Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die chirurgische Herdsanierung
bzw. die Entfernung von beherdeten Zähnen mit Fernwirkungen.
Vor und nach den operativen Eingriffen
können homöopathische Präparate zum Einsatz kommen, die
den Prozeß einer guten Wund- und Knochenheilung fördern. Die
Überprüfung, ob die Herde auch vollständig entfernt wurden,
ist wieder mit den bioelektronischen Verfahren möglich. Jederzeit
ist dadurch eine Therapiekontrolle möglich, um den Erfolg der Behandlung
kritisch zu überprüfen. Eine weitere Therapiemöglichkeit
des ganzheitlich ausgerichteten Zahnarztes ist die Darmsanierung bei Parodontose.
Gestörte Verhältnisse im
bakteriologischen Gleichgewicht in der Mundhöhle gehen stets mit einer
pathologisch veränderten Darmflora einher. Da sich im Darm, der den
Ort des ersten Kontaktes mit Fremdstoffen aus der Umwelt darstellt, 80%
des Immunsystems (lymphatisches Gewebe der PEYERschen Plaques) befinden,
ist es nicht verwunderlich, wenn eine krankhaft veränderte bakteriologische
Besiedelung des Darmes (z.B. durch falsche Ernährung oder Antibiotika)
ein geschwächtes Immunsystem verursacht.
Ein weiteres Betätigungsfeld stellt
die Ganzheitliche Kieferorthopädie dar, wo es darum geht -
in kurzen Worten ausgedrückt - Mundraumentwicklungen zu fördern
um Zahnstellungs- und Kieferanomalien zu beeinflussen. Dabei werden Störungen
in der Atmung, des Lymphabflusses sowie krankhafte Wirbelsäulenveränderungen
günstig beeinflußt.
Die Ganzheitliche Zahnheilkunde
ist bestrebt, den Menschen in der Gesamtheit seiner Funktionen zu betrachten.
Besonders wichtig für einen ganzheitlich
tätigen Zahnarzt ist die Tatsache, daß er unbedingt die Möglichkeit
sucht, eng mit einem ärztlichen Kollegen zusammemzuarbeiten, der die
ganzheitliche Anschauung für seine Heilkunst ebenso anwendet. Nur
auf diese Art und Weise können wir den uns aufsuchenden chronisch
kranken Patienten mit zahnärztlicher Problematik umfassend helfen.
Das ist genau der Punkt, wo wir aufhören, nur rein mechanisch perfektionistisch
Zähne zu reparieren, sondern anstreben, wirklich Zahn-Arzt zu sein.
Literatur
-
Pockert, M.: "Klinische chinesische
Pharmakologie"
Heidelberg 1977
-
Dracynski, Gisela: "Grundlagen
Ganzheitlicher Erfahrungsheilkunde"
-
Hanzl, G. S.: "Medizinische
Systemdiagnostik"
- Elektroakupunktur nach Voll
-
Hanzl, G. S.: "Das neue medizinische
Paradigma"
Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995
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Dürr, H. P.
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Bertalanffy, L. v.: "Theoretische
Biologie"
Bd. 1, Berlin 1932 w .d. Gruyler
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Thomas, F.: "Die Anwendung einfacher
Prinzipien der Regelung komplexer Systeme auf die Humanmedizin"
DFVRL-Mitt. 84-13, Braunschweig 1986
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Vester, Frederic: "Neuland des
Denkens"
dtv 1984