Die Zeichen der Zeit setzen neue Maßstäbe - auch im Garten
Auf dem Weg zur Selbstversorgung
In einer Zeit, in der die meisten Menschen
ihre Nahrungsmittel im Supermarkt kaufen und nicht mehr wissen, wo diese
eigentlich herkommen und wie sie erzeugt werden, sollten wir versuchen,
wieder in Kontakt mit der Natur zu kommen, insbesondere was unsere eigene
Ernährung angeht. Ein Weg dazu ist, sich Lebensmittel selbst anzubauen.
Das geht schon auf kleinstem Raum, dem Küchenfensterbrett, dem Balkon,
dem Vorgarten aber auch im kleinen oder größeren Hausgarten.
Wie in einem Märchenwald wächst
dann, wenn wir die Zusammenstellung klug wählen, ein vielseitiges
Angebot von Blättern, Wurzeln, Früchten und Beeren.
Kann man auf Kunstdünger verzichten?
Wichtig ist, daß die Lebensmittel,
die wir uns selbst erzeugen, gesund heranwachsen. Das heißt wir verzichten
auf Chemie in Form von Kunstdünger und Pflanzenschutzmitteln. Damit
unsere Pflanzen kräftig und gesund heranwachsen, können wir sie
in Mischung anpflanzen, damit sie sich gegenseitig im Wachstum fördern
und gesund erhalten. Dabei müssen die Pflanzen nicht in "preußischen"
Reihen stehen. Sie gedeihen auch besonders gut, wenn sie in kleinen Trupps,
in Kreisen oder Spiralen wachsen dürfen. Vertrauen Sie da ganz Ihrer
Intuition, wenn Sie an Aussaat oder Pflanzung gehen.
Gute Partner bei Gemüse, um miteinander zu wachsen, sind:
- Bohnen mit Gurken, Kartoffeln, Kohl, Mangold, Möhren, Radies, Rote Beete, Salat, Tomaten
- Erbsen mit Dill, Gurken, Kartoffeln, Kohl, Möhren, Radies, Rote Beete, Salat
- Gurken mit Bohnen, Erbsen, Knoblauch, Kohl, Lauch, Rote Beete, Salat, Sellerie, Zwiebeln
- Kartoffeln mit Bohnen, Erbsen, Kohl, Spinat
- Kohl mit Bohnen, Erbsen, Gurken, Kartoffeln, Lauch, Mangold, Radies, Salat, Tomaten
- Lauch mit Gurken, Kohl, Möhren, Salat, Sellerie, Tomaten
- Mangold mit Bohnen, Kohl, Möhren, Radies
- Möhren mit Bohnen, Erbsen, Knoblauch, Lauch, Mangold, Radies, Salat, Tomaten, Zwiebeln
- Petersilie mit Radies, Tomaten
- Radies mit Bohnen, Erbsen, Kohl, Mangold, Möhren, Petersilie, Salat, Spinat, Tomaten
- Rote Beete mit Bohnen, Erbsen, Gurken, Knoblauch, Salat, Zwiebeln
- Salat mit Bohnen, Erbsen, Gurken, Kohl, Lauch, Möhren, Radies, Spinat, Tomaten
- Sellerie mit Bohnen, Gurken, Kohl, Lauch, Rote Beete, Salat, Spinat, Tomaten
- Spinat mit Bohnen, Kartoffeln, Kohl, Radies, Salat, Sellerie, Tomaten
- Tomaten mit Bohnen, Knoblauch, Kohl, Lauch, Möhren, Radies, Salat, Sellerie, Spinat
- Zwiebeln mit Dill, Feldsalat, Gurken, Möhren, Rote Beete, Salat
Dagegen sollten folgende Kombinationen vermieden werden:
- Bohnen mit Erbsen, Knoblauch, Lauch, Zwiebeln
- Erbsen mit Bohnen, Knoblauch, Lauch, Tomaten
- Gurken mit Radies, Tomaten
- Kartoffeln mit Rote Beete, Sellerie, Tomaten
- Knoblauch mit Bohnen, Erbsen, Kohl
- Kohl mit Knoblauch, Zwiebeln
- Lauch mit Bohnen, Erbsen, Rote Beete
- Petersilie mit Salat und umgekehrt
- Radies mit Gurken
- Rote Beete mit Kartoffeln, Lauch
- Sellerie mit Kartoffeln
- Tomaten mit Erbsen, Gurken, Kartoffeln, Fenchel
- Zwiebeln mit Bohnen, Kohl
Auch sollten Sie vermeiden, Kohl in aufeinanderfolgenden
Jahren immer wieder am gleichen Platz heranzuziehen, er könnte krank
werden. Hingegen gedeihen Tomaten besonders gut, wenn sie an der selben
Stelle wie im Vorjahr stehen.
Nährstoffversorgung ohne Kunstdünger
Mit Nährstoffen wird das Gemüse
versorgt, indem vor der Aussaat oder Pflanzung Kompost in den Boden eingearbeitet
wird. Während der Wachstumszeit wird der Boden zwischen den Pflanzen
z.B. durch angetrockneten Grasschnitt bedeckt gehalten. Dadurch wird der
Wildkrautaufwuchs unterdrückt und die Feuchtigkeit im Boden gehalten.
Variationen mit Obst
Bereichern Sie Ihren Topf- oder richtigen
Garten auch mit Obst und Beeren, die Sie im Laden gar nicht oder nur in
minderer Qualität erhalten. Im Topf gedeihen bereits Erdbeeren und
Preiselbeeren. Im Kübel lassen sich auch Heidelbeeren, Himbeeren,
Brimbeeren, Brombeeren, Stachel- und Johannisbeeren kultivieren. Alle diese
Beeren haben empfindliche Früchte, die durch Transport und Lagerung
schnell an Aroma verlieren und außerdem sind sie im Laden sehr teuer.
Der Aufwand für ihre Pflege ist relativ gering. Wichtig bei der Topf-
und Kübelkultur ist, daß die Pflanzen in jedem Herbst nach dem
Laubfall in neue nährstoffreiche Erde (am besten mit Kompost) verpflanzt
werden. Außerdem muß für eine regelmäßige Versorgung
mit eher weichem Wasser gesorgt werden. Bei Himbeeren, Brimbeeren und Brombeeren
sind auch in jedem Herbst die Ruten direkt über dem Boden abzuschneiden,
an denen die Früchte gewachsen waren. Diese Ruten sterben sowieso
ab und die Pflanzen bringen im nächsten Jahr an den jungen Trieben
Wenn Sie einen Garten haben, können
Sie auch noch andere seltene Obstsorten versuchen, vielleicht in einer
lockeren freiwachsenden Hecke gemeinsam mit dem Nachbarn und gleichzeitig
als Sichtschutz. Probieren Sie doch einmal Kornelkirschen. Sie blühen
bereits im Februar gelb und haben im Herbst dattelähnliche rote Früchte,
die je nach Erntezeitpunkt süß-säuerlich bis mehlig-süß
schmecken. Auch Heckenrosen, Schwarzer Hollunder, Sanddorn und Weißdorn
sind von rustikaler Schönheit und haben wohlschmeckende vitaminreiche
Früchte, die es unverarbeitet nicht zu kaufen gibt. Wer noch ungewöhnlicheres
Obst haben möchte, kann es auch mit Berberitze, Mahonie, Aronia, Schlehe,
Eberesche und Mispel versuchen. All diese Sträucher und Bäumchen
brauchen fast keine Pflege, weil sie auch wild in der Natur vorkommen.
Aus ihren Früchten lassen sich sehr leckere Säfte, Gelees, Marmeladen
und Fruchtkaltschalen aber auch Chutneys herstellen.
Wildkräuter als Lebensmittel
Aber viele Wildkräuter, die in ihrem
Garten wachsen, können Sie auch als Lebensmittel nutzen. Daß
man junge Brennesseln essen kann, haben Sie vielleicht schon gehört.
Probieren Sie ruhig auch mal die oft so verhaßten "Unkräuter"
Giersch, Löwenzahn und Vogelmiere. Gänseblümchenblätter
aus ihrem Rasen schmecken ähnlich wie Feldsalat. Zum Thema Wildkräuter
wird es einen Folgeartikel geben.
Wir sollten wieder lernen, selbstversorgerisch kreativ zu werden
Vor allem für unsere Kinder gilt,
die tote Fabriknahrung (besonders die Süßigkeiten) zu ersetzen
durch eine lebendige Kost direkt vom Baum oder Strauch in den Mund insbesondere
deshalb, weil natürliche, lebendige Nahrung (=Lebensmittel) eine essentielle
Grundlage für die Gesundheit darstellt.